Wattenmeer

Besiedlungs- und Kulturgeschichte des
Niedersächsischen Wattenmeerraumes

Das im Juli 2012 gestartete Vorhaben zielt auf die systematische archäologische Erforschung des kulturellen Erbes im Wattenmeer ab. Durch die Auswertung geologischer Basisdaten wird zudem die Rekonstruktion von Landschaftsveränderungen vorgenommen sowie das archäologische Forschungspotential in einzelnen paläogeographischen Zonen aufgezeigt. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Luftbildauswertung, Literaturrecherche und Bestandssichtung von Privatsammlungen zur Erfassung archäologischer Strukturen, die anschließend durch Geländebegehungen gezielt überprüft werden. Das über eine Laufzeit von drei Jahren vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte Projekt wird von Julia Goldhammer (Archäologie) und Martina Karle (Geologie) am NIhK gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer durchgeführt.


 Ostsee

Frühmittelalterliche Häfen zwischen Wismar Bucht und Danziger Bucht

Der Ostseeraum bildete während des frühen Mittelalters die Kontaktzone zwischen den skandinavischen Königreichen, dem fränkischen Reich und den baltischen bzw. slawischen Stammesgebieten. In dem während des frühen und hohen Mittelalters von Slawen besiedelten Gebiet zwischen der Wismar Bucht und der Danziger Bucht sind derzeit neun Seehandelsplätze nachgewiesen, deren Häfen zentrale Schnittstellen zwischen dem Land- und Wassertransport darstellten. Die nähere Erforschung dieser Häfen ist das Ziel eines interdisziplinären Forschungs¬vorhabens des NIhK und des DAI, dass von der DFG im Rahmen des SPP 1630 „Häfen“ zunächst für drei Jahre zur Förderung angenommen worden ist. Die Erforschung der paläogeographischen Voraussetzungen liegt in den Händen von Martina Karle; die archäologischen Untersuchungen werden von Sebastian Messal (RGK/DAI) durchgeführt.


 Bohrung auf dem Sager Meer Die Auswirkungen prähistorischer und vorindustrieller Landnutzung auf nordwestdeutsche Seen und deren Einzugsgebiete

Die spät- und postglazialen Sedimente von drei Seen im Norden Niedersachsens werden vergleichend und interdisziplinär untersucht, um detailliert und zeitlich hoch aufgelöst vergangene Umweltveränderungen und deren Ursachen zu rekonstruieren. Neben dem Landschaftswandel im Einzugsgebiet der Seen stehen besonders die durch menschliches Wirken ausgelösten Veränderungen der Gewässergüte der Seen im Fokus, wie z. B. Eutrophierung und Versauerung sowie die natürliche Regeneration der Gewässer in nutzungsarmen Phasen. In dem von NIhK, Universität Bremen und Universität Rostock bemeinsam beantragten Projekt werden biologische Proxy-Daten (Diatomeen, Pollen, Makroreste, Holzkohle), sedimentologische und geochemische Proxy-Daten (semi-quantitative Elementzusammensetzung mittels XRF-Kernscanning, CNS-Analysen, biogenes Silizium, stabile Kohlenstoff- und Stickstoffisotope) sowie alle verfügbaren Informationen zur Besiedlungsgeschichte im Einzugsgebiet der Seen ausgewertet. Die diatomologische und archäologische Bearbeitung führt Katharina Blume im Rahmen eines Dissertationsvorhabens durch.


Fansa 2007

Voraussetzungen, Struktur und Folgen von Siedlung und Landnutzung zur Zeit der Trichterbecher- und Einzelgrabkultur in Nordwestdeutschland

Der nordwestliche Teil Niedersachsens gehörte während des 4. und der 2. Hälfte des 3. Jt. v. Chr. zum Siedlungsgebiet der Westgruppe der Trichterbecherkultur und der nachfolgenden Einzelgrabkultur. Hiervon zeugen die immer noch zahlreich vorhandenen Großsteingräber und Grabhügel; vereinzelt sind auch zeitgleiche Siedlungen und Depotfunde bekannt. Somit bestehen gute Voraussetzungen zur Erforschung des Beziehungsgeflechts zwischen Siedlungen und Gräbern bzw. Grabmonumenten.
Die Untersuchungen von Annette Kramer konzentrieren sich auf fünf Kleinregionen, die sowohl den unmittelbaren Küstenraum als auch das Hinterland repräsentieren. In ihnen sollen exemplarisch die strukturellen Zusammenhänge der genannten Fundplatzensembles offen gelegt sowie die Auswirkungen der Einführung der neolithischen Wirtschaftsweise auf die umliegenden Landschaften erforscht werden.


Bohrung bei Fidvar

Archäobotanische und pollenanalytische Untersuchungen zur Subsistenz und zum Umwelteinfluss der bronzezeitlichen Siedlung Fidvár, Slowakei

Die gut erhaltene Kulturschichtenabfolge des Fundplatzes Fidvár nahe der Stadt Vráble bietet beste Voraussetzungen zur Funktionsanalyse zeitgleicher Siedlungsbereiche sowie für diachrone Vergleiche. Über Wechsel in den Spektren der genutzten Kulturpflanzen sollen Änderungen in der Ökonomie der hier aufeinander folgenden frühbronzezeitlichen Gesellschaften der Aunjetitzer-, Hatvan- und Mad’arovce Kultur erschlossen werden.
Dabei stehen insbesondere Fragen nach der Autarkie, Arbeitsteilung innerhalb der Siedlung, Nutzung des Naturraumes und das Beziehungsgeflecht zu Nachbarsiedlungen im Vordergrund. Es ist zu klären, ob und inwieweit das am Fuße des Slowakischen Erzgebirges gelegene Fidvár eine rein auf Metallgewinnung spezialisierte consumer-site darstellt und von umliegenden producer-sites mit Nahrungsmitteln versorgt wurde. Der ursprüngliche Zustand des Naturraumes und der Landschaftswandel durch die menschliche Nutzung sollen anhand pollenführender Langzeitarchive rekonstruiert werden. Auf Grundlage dieser zur Paläoökologie des weiteren Umfeldes der Siedlung Auskunft gebenden off-site Daten werden die on-site Ergebnisse genauer zu interpretieren sein.
Das Projekt ist eingebettet in den geoarchäologisch ausgerichteten Forschungsverbund „Fidvár bei Vráble – eine Siedlung an der Schnittstelle der alteuropäischen Metallurgieprovinzen. Interkulturelle Dynamik und Umweltveränderungen an einer landschaftsökologischen Schlüsselregion im östlichen Zentraleuropa“ in dem gemeinsam mit der RGK Frankfurt, der Geographie der Universität Heidelberg, der Archäologie der Universität Bochum, dem Deutschen Bergbaumuseum Bochum sowie dem Archäologischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften geforscht wird.


 Das Eem von Haren Eemzeitliche Ablagerungen im Emsland

Während Baumaßnahmen für eine industrielle Anlage wurden in einer ca. 15.000 Quadratmeter großen morphologischen Senke organische Ablagerungen von acht Metern Mächtigkeit angetroffen. Aus Zeitgründen wurden die Schichten in der Mitte der Vertiefung schnell ausgebaggert, so dass mehr als vier Meter Sediment vor der Vermessung und Probenahme verloren gingen. Die Baubegleitende Beprobung einer resultierenden Gesamtprofillänge von 3,30 m fand daher an drei verschiedenen Aufschlüssen im Bereich der Baugrube statt. Eine palynologische Auswertung datiert die Ablagerungen eindeutig in die letzte Warmzeit, das Eem, ca. 126.000 Jahren vor heute. Bislang gibt es wenig veröffentlichte Arbeiten zum Eem in der Region. Von einigen Vorkommen wird jedoch nördlich zur Fundstelle berichtet.


 Bohrung Fehmarnbelt Multi-Proxy Analysen zur Rekonstruktion der spät- und postglazialen Entwicklungsgeschichte des Fehmarnbelts

In einem Gemeinschaftsprojekt des NIhK, des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein und der Universität Bremen wurden im Rahmen von wissenschaftlichen Begleituntersuchungen zur geplanten Querung des Fehmarnbelts im Juli 2010 fünf Sedimentkerne aus dem küstennahen Bereich des Fehmarnbelts/Ostsee erbohrt. Das primäre Ziel der Multi-Proxy Analysen (Diatomeen- und Pollenanalysen, geochemische und sedimentologische Untersuchungen) ist die Rekonstruktion der regionalen Landschaftsentwicklung in hoher Auflösung und in Verbindung damit, eine stabile chronologische Basis der Ostseeentwicklung unter Verwendung alternativer Datierungsmethoden zu erstellen. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der spät- und postglazialen Umweltgeschichte im südlichen Ostseegebiet geschaffen werden.


Entwicklung des Jadebusen seit dem Ende der letzten Kaltzeit -
eine Baseline Study zur Erfassung naturwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Grundlagendaten für eine niedersächsische Küstendatenbank

Im Rahmen dieses interdisziplinären Projektes, finanziert aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung, soll ein umfassendes natur- und kulturwissenschaftliches Gesamtbild des Jadebusen und dessen Umfeldes vom Ende der letzten Kaltzeit bis in die Neuzeit erstellt werden. Es entsteht eine webbasierte GIS-Datenbank mit natur- und kulturwissenschaftliche Informationen über die Entwicklung des Jadebusens, in der Daten zu den Kompartimenten Geosphäre, Biosphäre und Anthroposphäre gebündelt und zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Gemeinsam mit dem ICBM Terramare, der Abteilung für Meeresforschung des Senckenberg Instituts in Wilhelmshaven und der Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf Norderney (NLWKN-FSK) arbeitet das Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) von 2008 bis 2011 an der Umsetzung dieses Ziels.
Im NIhK arbeiten zwei Arbeitsgruppen an Fragestellungen innerhalb des Jadebusen Projektes:
In der Abteilung Kulturwissenschaften werden von Ingo Eichfeld und Johannes Ey Fragen zur Besiedlungs- und Kulturlandschaftsgeschichte des Jadebusengebietes bearbeitet.
Die Verbindung zwischen Archäologie und Geologie gelingt durch das Salztorf-Projekt, in dem die Bedeutung des ausgedehnten Torfabbaus zur Salzgewinnung für die Entstehung des Jadebusen untersucht wird. Das Salztorf-Projekt wird von Annette Siegmüller und Friederike Bungenstock in der Abteilung Naturwissenschaften bearbeitet.


Untersuchungen zur Rekonstruktion der Paläotopographie im Umfeld des eisenzeitlichen Zentralplatzes Sievern, Ldkr. Cuxhaven

Nicht nur für archäologische Forschungen bietet der eisenzeitliche Zentralplatz von Sievern, Ldkr. Cuxhaven gute Voraussetzungen. Die Ausnahmestellung des Raumes wird zudem durch die großflächige Kartierung des hohen Bodenphosphatgehaltes und den Nachweis von tiefgründigen, humosen Böden unterstrichen. Die bodenkundlichen und landschaftsgenetischen Untersuchungen zur Landnutzung im 1. nachchristlichen Jahrtausend, sowie die Frage, ob die Siedlungen per Schiff bzw. Boot angelaufen werden konnten und ein Zugang zum Nordseehandel bestand, sind gegenwärtig Gegenstand eines Projektes, das mit Mitteln des MWK des Landes Niedersachsen gefördert wird. Die mit der Untersuchung betraute Bearbeiterin Imke Brandt beabsichtigt, die Ergebnisse als Dissertation an der Universität Hamburg vorzulegen.


Nordseebohrung

Pollenanalytische und geochemische Untersuchungen an submarinen Torfen zur Rekonstruktion des frühholozänen Meeresspiegelanstiegs in der Nordsee

Die Erforschung des holozänen Meeresspiegelanstiegs in der südlichen Nordsee sind Grundanliegen des NIhK seit den Tagen seiner Gründung Ende der 30er Jahre. Die jüngste Auswertung der gesammelten Ergebnisse faßte Behre 2003 in einer neuen Meeresspiegelkurve für die südliche Nordsee zusammen. Trotz einer hervorragenden Datengrundlage für die letzten 3000 und einer immer noch hinreichend guten für die letzten 6000 Jahre, gibt es nur wenige Untersuchungen, deren Sedimente den Meeresspiegelanstieg im frühen Holozän erfassten. Durch Zusammenarbeit mit dem BSH (Hamburg), der BGR (Hannover) und dem Forschungsinstitut Senckenberg (Frankfurt a. M.) stehen dem NIhK nun bis zu 11.000 Jahre alte Torfe aus mehreren Nordsee-Bohrkernen sowie Torfgeröllen zur Verfügung, die diese Lücke füllen sollen. Der Bohrkern VC 2068 (54°06,0 N; 06°46,7 E; 33 m Wassertiefe), der im Zuge von Baugrunduntersuchungen vom BSH geborgen wurde, stellt mit seinen 70 cm Torf vermutlich die mächtigsten submarinen holozänen Torfe dar, die bisher in der Nordsee erbohrt wurden.


-Kirche von BockhornKirche von Bockhorn

Ostfriesisch-Oldenburgische Findlingsquader Kirchen und die Eiszeiten des Quartär

Man vermutet es nicht sofort, aber die Kirchen der Ostfriesisch-Oldenburgischen Region erzählen sowohl etwas zur Landschaftsgeschichte als auch zur Erdgeschichte. Während die Kirchen in der Marsch aus Backsteinen gebaut wurden, bestehen die Wände der Geest-Kirchen aus Quadern meist aus Graniten, aber auch aus metamorphen Gesteinen. Sie werden auch als Findlingsquader-Kirchen bezeichnet.
Woher kommen diese bis zu 1 m großen Gesteine? Wurden Sie vielleicht extra zum Bau der Kirchen auf Schiffen auf den Flüssen von Süden her an die Küste transportiert? Oder hat man Baumaterial bevorzugt, das in unmittelbarer Näher verfügbar war?
Bei näherer Betrachtung der Steine stellt sich heraus, dass es sich bei einigen der Blöcke in ihrer Zusammensetzung und Ausbildung um ganz typische Gesteine des skandinavischen kristallinen Schildes handelt, die mit den Gletschern der Saale- und Elster Eiszeit nach Norddeutschland transportiert und dort abgelagert wurden. Wenn charakteristische Geschiebe zudem häufig anzutreffen und leicht identifizierbar sind, werden sie als Leitgeschiebe bezeichnet. So ist für einige Quader der Kirchen deren genaues Ursprungsgebiet rekonstruierbar.
Für die Kirchen von Marx, Ldkr. Wittmund, Bockhorn, Ldkr. Friesland, und Asel, Ldkr. Wittmund, sind Faltblätter mit Kartierungen der kristallinen Gesteine jeweils einer Kirchenwand bis zur Sichthöhe entstanden.


 

Projektarchiv

 

 


 
 

75 Jahre NIhK in Wilhelmshaven

Tag der offenen Tür

am Sonntag, 9. Juni, 11-17 Uhr

Tag der offenen Tür 2013 Team Banner

Senioren-Akademie Wilhelmshaven 2013/2014

Settlement and Coastal Research in the Southern North Sea Region:
vol. 36
released
Proceedings of the Marschenrat Colloquium 2011:
Current Archaeological Research on the Southern Coast of the North Sea: Methods - Strategies - Projects

Studies in Landscape and Settlement History in the Southern North Sea Region:
vol. 3
released

Lutz Volmer and W. Haio Zimmermann (eds.):
Glossary of Prehistoric and Historic Timber Buildings

 

75 Jahre NIhK in Wilhelmshaven

Tag der offenen Tür

am Sonntag, 9. Juni, 11-17 Uhr

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Senioren-Akademie Wilhelmshaven 2013/2014

Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet:

Band 36 erschienen
Bericht über das Marschenratskolloquium 2011:
Aktuelle Forschungen im Küstenraum der südlichen Nordsee: Methoden - Strategien - Projekte

Studien zur Landschafts- und Siedlungsgeschichte im südlichen Nordseegebiet:
Band 3 erschienen
Lutz Volmer und W. Haio Zimmermann (Hrsg.):
Glossar zum prähistorischen und historischen Holzbau

 

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Nachrichten des Marschenrates:  Band 48/2011 erschienen

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